2. Einwohnerversammlung der Wohnkomplexe 1-5

Am 29.09.2011 fand im Rathaus um 18 Uhr die 2 Einwohnerversammlung der Wohnkomplexe (WK) 1-5 mit der Bürgermeisterin, Vertretern der Stadtverwaltung und der Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft (Gewi) statt. Der Saal war zumindest die erste Zeit überraschenderweise sehr voll, immerhin gibt es solche Treffen erst seit vorigem Jahr. Nach kurzer Einleitung durch unsere Bürgermeisterin, berichtete Herr Funke der Geschäftsführer der Gewi einiges über die Sanierungsvorhaben der nächsten Jahre. So wird 2012/2013 endlich der untere Teil der Straße der Republik saniert. Dadurch entstehen 450 sanierte altersgerechte Wohneinheiten, teilweise mit Aufzug und neuen Balkonen. Hinzu kommen 65 1-2 Raumwohnungen im Projekt “Junges Wohnen” in der Rosa-Luxemburg Straße.

Ein heikles Thema was durch in angesprochen wurde ist die stetig sinkende Einwohnerzahl in Eisenhüttenstadt. Von außen kommen kaum neue Bewohner hinzu und so gibt es eher einen Umzugskreislauf innerhalb der Stadt. Wenn Wohnungen saniert werden müssen diese auch vermietet werden und das geht derzeit nur, wenn anderswo Mieter ausziehen. Den dann leerstehenden Blöcken bleibt dann oft nur der Abriss.

Im Bürgerfrageteil ging es dann zu den “drängenden” Problemen… Der Winterdienst, wo bei Schneefall die Autos zugeschoben werden, Anwohnerparkplätze, kaputte Gehwegplatten, Bäume die die Wohnung verdunkeln. Eine Frau sprach das leidige Thema Heizkosten und unsanierte Wohnung an. Zu hoher Wasserverbrauch, hohe Heizkosten sind gerade bei Hartz IV ein rotes Tuch für´s Amt, das dann oft mit Verweis auf die sogenannte “Angemessenheit” die Mehrkosten nicht übernehmen will. Die Alternative, ein Umzug in eine sanierte Wohnung kommt jedoch aufgrund der dann oft zu hohen Kaltmiete ebenso kaum in Frage. Eine weiter Frage war, wieso bei der Sanierung des oberen Teils der Saarlouiser Straße keine Außen/Innendämmung vorgenommen wurde. Nachvollziehbare Erklärung der Gewi war, das der Denkmalschutz keine Außendämmung erlaube und das man die Innendämmung aus bisherigen Erfahrungen als sehr problematisch betrachte. Auf gut deutsch, erhöhter Schimmelbefall, weil die Mieter leider allzu oft althergebrachte Denkweisen nicht ablegen können und dies eine Innendämmung sehr übel nehmen kann. In die gleiche Richtung ging auch eine Frage nach der doch als so preiswert angepriesenen Fernwärme. Er erkenne bei seinen Betriebskostenabrechnungen vom Umstieg von Gas auf Fernwärme keine Ersparnis.

Etwas was ich sehr vermisst hatte wurde auch angesprochen. Brot und Brötchen kann man relativ gut erwerben, aber dann hört es aber auch schon auf. Wer jetzt und gerade im Alter kein Auto hat dürfte das momentane Problem kennen. Marktkauf am Rande des WK 5, das Citycenter am Rande des WK 1 und ein paar hundert Meter davon entfernt auf einen Haufen geklatscht die Discounter Netto, Lidl und Aldi und der kleine Markt am Aufbausportplatz und im gesamten Innenstadtgebiet ansonsten nichts. Hier bestände eigentlich dringender Handlungsbedarf.

Im ganzen hatte die Veranstaltung einen fahlen Beigeschmack. Mehrmals wurde den Abend von altersgerechten Wohnen gesprochen. Keine Frage altersgerechte Wohnungen werden sicher gebaut. Nur wie steht es mit dem altersgerechten Umfeld und angesichts der derzeitigen und der zu erwartenden Renten mit den Wohnkosten? Ähnlich bei der noch vorhandenen Jugend. Die 600.000 € Einsparungen im Stadthaushalt betreffen fast nur Kinder, Jugend, Sport und Kultur. Das Projekt “Junges Wohnen” ist ein Versuch die Jugend in Ausbildung / Job in der Stadt zu halten. Nur ohne passendes Umfeld und anständigem Löhnen dürfte dies schwer werden.

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