Es tut sich wieder etwas am Rande der Stadt…

Langsam, aber auch recht öffentlichkeitsscheu scheint der weitere Ausbau Eisenhüttenstadt´s zu einer Müllmetropole nun schnelle Fahrt aufzunehmen. Der Grundstein dazu wurde ja im Zuge des Baus der “größten und schnellsten Papierfabrik Deutschlands” bereits vor einigen Jahren gelegt. EnBW baute neben der Papierfabrik ein Ersatzbrennstoffwerk mit 240.000t Jahreskapazität und kann dort nach eigenen Angaben Reststoffe aus der Produktion der Papierfabrik ebenso verfeuern wie Ersatzbrennstoffe (EBS) aus kommunalen und gewerblichen Abfällen, Klärschlämme aus der lokalen Abwasseraufbereitung oder Steinkohle. Natürlich alles innerhalb der Grenzwerte des Bundes-Immissionsschutzgesetz (17. BImSchV). Seinerseits gab es aus was für Gründen auch immer abgesehen von einer Hand kritischer Meinungen keinen nennenswerten Widerstand gegen solcher Art der Müllbeseitigung. In anderen Gegenden sind ganze Heerscharen von Bürgern gegen solche Kraftwerke aufgestanden. Aber immerhin sind hier ja wohl 175 Arbeitsplätze direkt in der Papierfabrik und 500 andere irgendwo im Umfeld entstanden und nun kommen ja bald noch mehr hinzu.

Denn es steht wohl bereits so gut wie fest, das die expandierende Firma FFK Environment GmbH mit Sitz in Peitz direkt neben dem EnBW Werk eine Aufarbeitungsanlage für Ersatzbrennstoffe und gleich noch ein neues EBS-Werk errichten wird. Dadurch müsste die Firma ihren anderswo aus Müll hergestellten Ersatzbrennstoff bald nicht mehr nach Eisenhüttenstadt bringen, sondern könnte den Müll direkt hier abliefern und vor Ort aufbereiten, nebenan dann verbrennen lassen oder weiterverkaufen. Da der deutsche Müllverbrennungsmarkt bereits übersättigt ist handelt es sich übrigens meist um Müll aus Polen oder anderer osteuropäischer Länder.

Die neue Ansiedlung hat dann auch Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen. Allein für die Papierfabrik liefern jetzt bereits täglich an die 150 vollbeladene LKW ihre Ware an, ebenso viele vollbeladene verlassen diese wieder. Macht pro Tag an die 300 vollbeladene LKW und nochmal 300 die vermutlich leer hin und zurückfahren. Der Geschäftsführer der FFK Environment GmbH äußerte sich bereits am 26.04.2011 in der Märkischen Oderzeitung das, sollte die Aufbereitungsanlage in Betrieb gehen, ein weiterer Anstieg des LKW-Verkehrs gegeben sein wird. Mit Blick auf die aber bald fertiggestellten Nordanbindung werde dies dann aber keine Auswirkungen auf den Innenstadtverkehr haben.

Genau sowenig wie Geruchsbelästigung, schädliche Stoffe die bei der Aufbereitung oder der späteren Verbrennung entstehen. Denn der Müll wird vorher in einer extra Abluft gefilterten Halle von gut ausgebildeten Fachleuten vorsortiert und aufbereitet, eh daraus Ersatzbrennstoffe werden. Also alles Bestens, nur was genau für Fachleute da genau was, aus welchem Müll, unter welchen Auflagen raus sortieren und was mit den aussortierten Zeug passiert werden wir vermutlich nicht erfahren. Hoffen wir mal das eine so nah gelegene Verbrennungsanlage nicht allzu verlockend ist. Da aber bereits beim verfeuern von Klärschlämmen Schwermetalle und Halogene freigesetzt werden und aus Müll gewonnene Ersatzbrennstoffe alles andere als ach so Klimafreundlich sind, bleibt letztendlich die Frage was kommt dann da oben dann mehr aus dem Schornstein raus. Glücklicherweise sieht man das Zeug ja nicht und falls man es irgendwann mal bemerkt ist es eh zu spät….

Informationen zum Thema EBS-Werk gibt es zB. hier Saubere Energie für Trostberg! und hier Bürgerinitative Gesundes Wertachtal e.V.

 

Offener Brief an alle Bürger und Bürgerinnen, regionalen Zeitungen und verantwortlichen Behörden der Stadt Eisenhüttenstadt.

Aktion Montagsdemo Eisenhüttenstadt
Betrifft: Zweite Müllverbrennungsanlage in Eisenhüttenstadt. WIR sagen NEIN!

Liebe Bürger und Bürgerinnen aus Eisenhüttenstadt!

Wir die Aktion Montagsdemo Eisenhüttenstadt, haben mit Entsetzen die Randnotiz aus der MOZ vom 7.10.2011 „Kraftwerk entsteht neben Kraftwerk“ zu Kenntnis genommen.

Wenn es also nach dem Willen der Mülllobby und Energiekonzerne gehen soll, wird Eisenhüttenstadt zum Mekka des Mülltourismus und der Müllverbrennung ausgebaut.

Dazu sagen WIR entschieden NEIN!
Nach Aussage dieser Randnotiz, plant die FFK Environment GmbH direkt neben der EnBW-Müllverbrennung ein zweites Müllverbrennungswerk. Zur Beruhigung der Bevölkerung werden diese Müllverbrennungsanlagen mit dem verwirrenden Namen, als Ersatzbrennstoffkraftwerke bezeichnet.

Welche Gefahr dabei von diesen Anlagen ausgeht, wurde erst kürzlich bekannt, so wurde in der EnBW Anlage radioaktiver Müll verbrannt. Dabei sollte uns Fukushima doch warnen! Ganz abgesehen von dem zunehmenden Feinstaub, der durch den LKW Verkehr mit den Mülltransporten verursacht wird. Es entstehen bei dem Müllverbrennungsprozess kleinste Partikel an gefährlichen Stoffen, die nicht gefiltert werden können, die unsere gesamte Lebensgrundlage vernichten können. So werden Atemwegserkrankungen, Allergien und Depressionen hier in unserer Region weiter zunehmen.

Die Aktiven der Montagsdemo hatten schon damals, beim geplanten Bau der ersten Müllverbrennungsanlage auf der Stadtverordnetenversammlung und im Kreistag, durch Anfragen, auf diese Gefahren hingewiesen.
Doch die damaligen Verantwortlichen antworteten nicht oder verwiesen auf höhere Verantwortlichkeiten, nach dem Motto, „wir sind dafür nicht verantwortlich“.
Doch wie dann weiter? …
… wenn keiner der politischen Verantwortlichen für diese Umweltverseuchung verantwortlich ist?
Dann müssen wir es als Bürger, eben selber tun,
wieder aktiv werden und uns beraten was zu tun ist!

Die Aktion Montagsdemo Eisenhüttenstadt fordert deshalb von jedem Entscheidungsträger der Stadt, sich entschieden gegen diese zweite Müllverbrennung zu stellen! Die Aktion Montagsdemo Eisenhüttenstadt ruft auch jeden Bürger/innen auf werdet aktiv! Nicht nur gegen Sozialabbau auch gegen die Vernichtung unserer Umwelt!
Wir sind nach wie vor jeden Montag 17:00 Uhr vor dem Friedrich Wolf Theater präsent.
Lasst uns diskutieren wie und welche Mittel wir gegen diese unsoziale und umweltunfreundliche Politik anwenden können und müssen! Diese Politik vernichtet unsere Lebensgrundlage!
Es geht auch um die Zukunft unserer künftigen Generation. Es gibt Mittel und Wege auf umweltschonende Art und Weise, mit dem Müll fertig zu werden.
Wie unsere Forderungen umgesetzt werden können, dass müssen wir weiter beraten!
Recyceln statt verbrennen! www.pro-kryo-recycling.de

Eisenhüttenstadt, den 11.10.11

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